Der Ekel oder Wie das Buch von Julia Schramm mich berührte
18 Sep
Ich habe mit den Tränen gekämpft, als ich mit “Klick mich” fertig war. Mit klopfendem Herzen lag ich wach, obwohl ich seit Wochen ruhig schlafe. Abgestandene Erinnerungen rollten vorüber. Verstaubte Emotionen erblühten im Schatten meiner Verstimmung. Sollte ein Buch, das als Manifest der Belanglosigkeit gilt, nicht auch mir sang- und klanglos am featherbottom vorbeigehen? Als ich im Blog darauf hinwies, dass Neid eine große Rolle in diesem Shitstorm spielen könnte, hatte ich das Buch noch nicht gelesen und wusste über die Person Julia Schramm zu wenig, um beurteilen zu können, wie angemessen die Kritik oder wie nötig eine Verteidigung war. Das Shitstorm-Phänomen trieb mich um, nicht die Politikerin. Nach der Lektüre von “Klick mich” muss ich mein Interesse nun aber doch auf die Person richten, denn ich fühlte mich noch nie von einem Buch so missbraucht.
1999, als Julia Schramm die Masturbation am Computerbildschirm entdeckte, unterhielt ich eine Mailfreundschaft mit einem Mädchen aus dem Young Miss Forum. „Ich habe einen neuen Mantel“, schrieb sie mir. „Darin fühle ich mich stark und schön. Hart und zart, verspielt und klug. Meine roten Locken fallen über die Schultern, wenn ich so dahinwirble, ich spüre meine ganze Weiblichkeit.“ Vielleicht waren es meine dünnen Haare, Schuhgröße 42 und das Fehlen eines Selbstbildes als Schaumbadprinzessin, die meinem Missmut über diese Zeilen zugrunde lagen. Wahrscheinlich sogar, in den letzten Jahren einer Pubertät, die von Minderwertigkeitskomplexen bestimmt war. Aber da war noch was. Das Gefühl, ausgesaugt zu werden, ein leeres Gefäß für eine fremde Eitelkeit zu sein. Ein Moment der Selbstzufriedenheit vor dem Spiegel ist in meinen Augen eine sehr intime Sache, und eine sehr peinliche, wenn es ungebetene Zeugen gibt. Entsprechend unangenehm berührt es mich, wenn mir jemand diese Intimität als Mitteilung präsentiert. Ich will keine bloße Spiegelwand sein, in der sich einer bewundern kann. Das kann nur ein Vertrauensverhältnis legitimieren.
Julia Schramm sieht das anders. Auf jeder Seite lässt sie uns wissen, wie hübsch, intelligent und „special“ sie sich findet. Das wirkt alles noch ekelhafter, wenn sie die Komplimente an sich selbst anderen Figuren in den Mund legt, um ihnen einen Anstrich von Intersubjektivität zu verleihen. Ekelhaft wirken auch ihre Versuche, durch akademisches Namedropping Intellekt vorzutäuschen und durch Befindlichkeitsfloskeln Tiefe. Mein Kopf entwirft ein Mädchen, das sich aus Mangel an beschissener Kindheit mit rotem Filzstift “ritzt”. Denn Weltschmerz ist “awesome!”, aber es soll nicht weh tun. „Ekelhaft“ ist ein Wort, das häufig fällt, wenn über dieses Buch geredet wird. Ich benutze es gerade in der Überzeugung, dass es das treffendste Wort ist, wie sehr es mich gestern noch befremdete. Exhibitionisten, die nachts im Gebüsch stehen und ihre kümmerlichen Pimmel allen zeigen, die sie nicht sehen wollen, lösen in mir einen ähnlichen Ekel aus wie eine Julia Schramm, die ihr Innerstes ungefiltert nach außen kehrt. Nun mag man einwenden, dass es ihr als post-privacy Enthusiastin gerade darum gehe, alles offen zu legen und hier von einer mit konservativen Werten argumentiert würde. Nichts dergleichen, ich bin selbst Fan von post-privacy. Aber anscheinend aus ganz anderen Gründen. Post-privacy bedeutet für mich eine größere Bereitschaft, wertvolle Erfahrungen mit anderen zu teilen. Das kann das Tagebuch einer Depression sein, das Betroffenen helfen kann, aber auch die Website einer jungen Hipster-Familie aus San Francisco, die ästhetisch ansprechend ihren Alltag dokumentiert. Die Menschen, die post-privacy auf die Weise leben, wie ich sie verstehen möchte, nutzen das Internet eben nicht zur bloßen Exhibition ihrer inneren Schamteile, statt dessen versuchen sie, einen Mehrwert für Andere zu schaffen. Ich habe nichts gegen Narzissten, die sich Mühe geben. Ich habe etwas gegen Menschen wie Julia Schramm, die – wie mir scheint – die Leser nie mitgedacht hat. Die sich nie die Frage gestellt hat, die sich jeder Autor mehrmals am Tag stellen sollte: “Who cares?” Welchen Wert hat mein Text für jemanden, der nicht ich ist?
Ein Freund aus alten Tagen wurde an die schmutzigen Ufern meiner Erinnerung gespült. Ein selbstverliebter, emotionaler Vampir, der mir im Verlauf unserer Bekanntschaft nicht eine persönliche Frage gestellt hat. Seine Vorstellungen von gelungener Kommunikation waren Grundlage für ein “Spiel”, das er eines Nachmittags erfand. Er scrollte sich durch die Kontakte in seinem Handy und erzählte mir, was er von jedem Aufgelisteten hielt. Ich musste mir Geschichten und Reflexionen über Menschen anhören, die ich noch nie im Leben getroffen hatte. Für ihn war das glänzende Unterhaltung. Dass mich das langweilen könnte, kam ihm nicht in den Sinn. Und ich verfluchte meine polnische Erziehung zur Höflichkeit. Nach jedem Treffen mit ihm war ich leer und kraftlos. Ich hätte nie gedacht, dass in der scheinbaren Sicherheit eines Buches dieselbe Wut, dieselbe Ohnmacht hochkochen könnten wie damals. Nun habe ich bei einem Buch den Vorteil, dass ich es jederzeit weglegen kann. Ich musste es überhaupt nicht lesen. Keine anerzogenen Hemmungen können mich an Ort und Stelle halten. Bin ich Masochistin? (Für “Shades of Grey” war ich’s nicht genug. Nach zwanzig Seiten war die Schmerzgrenze erreicht.) Ich habe das Buch von Julia Schramm gelesen, weil ich nicht glauben konnte, dass die Kritiker fair argumentieren. Ich suchte nach etwas Gutem, nach dem Funken eines Bemühens vielleicht, aber ich fand nur schlechte Erinnerungen und dazwischen nichts als Ekel. Auf dem schleimigen Boden des Ekels ist auch dieser Blogpost entstanden, eine “Rezi”, mich zu entlasten und andere zu warnen. “Klick mich” ist nicht nur ein schlechtes Buch, es ist ein Buch, von dem einem schlecht wird. :’-(


Ich denke mal, den Blogbeitrag kann getrost als “Warnhinweis” verstehen.
Anderes, das ich mir schon vorher in den Sinn kam, kam im ersten Blogbeitrag und den entsprechenden Kommentaren “gut zur Geltung”.
Aber im Ernst, wer dieses “Buch” bis zum Ende durchhält … Hut ab.
Also ich habe schon nach dem “Vorwort” ein dezentes aufstellen der Zehennägel verspüren dürfen, nach dem “Beschreibung” der “Personen” noch verstärkt … das ich da keine 20 Seiten mitgenommen habe, muss ich da nicht noch ausführen ^^
Man hätte es, nebenher bemerkt, auch ohne “Verlag” einstellen können … hätte “schlechte PR” und damit vorkommende “Kommentare” die nicht unbedingt “freundlich” sind, gemindert bis verhindert.
Alles in allem sehr passender Beitrag, wie ich finde, den Du da verfasst hast.
Schalom Silentiffy,
ich finde, Du hast recht.
Echte Liebe zu einem selbst – und auch Achtung von JuliaS – ist, zu heulen.
Um die Mißachtung von Lesern und Frauen überhaupt (sie stellt sich ja als Vorbild dar) wieder aus sich rauszuwaschen.
Fröhlich-feministische Grüße, mit glücklich heulendem Herzen und tränenden Augen, salomon
Ekel, Übelkeit, Wut, Ohnmacht, den Tränen nahe… Bekenntnisse einer Leserin ;-)
Diese hochemotionale Schilderung Ihrer Lektüreeindrücke scheint nach einem ähnlichen Prinzip zu funktionierten, wie Sie es für das Buch beschreiben: Ihr Text ist egozentrisch und macht den Leser quasi zur Spiegelwand Ihrer Befindlichkeiten und zwischenmenschlichen Traumata. Ich hoffe, Ihre “Rezi” hilft Ihnen dabei, Ihr erschütterndes Erlebnis zu verarbeiten.
Für mich kommt die Rezi zu spät. Ich habe das Elaborat dieser Narzisstin schon komplett gelesen. Langweilig, belanglos, ärgerlich.
Hab mir den Anfang und die Sex-Szenen durchgelsen, bei Pornografie dann erstmal aufgehört.
Naja, Skalarpixel. Unpräzises Zeug. Zahlreiche kulturpessimistische Bemerkungen drin, die in der “Netzszene” durchaus mal kritisch diskutiert werden könnten.
Der Sex ist ziemlich phantasielos und am Ende billig relativiert – aber wer kann schon vernünftig über Sex schreiben. Das ist vielleicht nicht so schlimm und auch der Vermarktung wegen, was solls. Zu Pornografie ziemlich lahmes, unpräzises Zeux, so wird gemutmaßt, dass es Kannibalenporn gibt, offensichtlich wurde aber nicht mal das recherchiert.
Sehr amüsant geschrieben. Mein Lieblingssatz: Mein Kopf entwirft ein Mädchen, das sich aus Mangel an beschissener Kindheit mit rotem Filzstift “ritzt”. Denn Weltschmerz ist “awesome!”
Mein Lesetipp:
https://neuemodelle.wordpress.com/2012/08/29/sehr-geehrte-julia-schramm/
Vielen Dank, liebe Silenttiffy, für diese Rezension.
Offenbar schreibt die Schramm so wie sie redet. Unsäglich unerträglich.
Und irgendwie ist es doch genau das was ich erwartet habe.
Eine dumme, egoistische Punze, die dumme egoistische Sachen sagt.
Schade, wenn man recht behält.
Danke sehr. Das trifft ins Tiefschwarze. Soundtrack zu dieser Rezension: http://dermusikpartisane.wordpress.com/2012/07/20/being-julia-schramm/
Das ist so großartig. :°)°°
Es ist AWESOME :)
Liebe Alexandra Tobor,
gestern las ich erstmals etwas von shitstorms-initiierender Bekenntnisliteratur à la Wulff/Schramm und konnte mir so recht keinen Reim darauf machen.
Nun habe ich Ihren Artikel über “Klick mich” gelesen und sehe klarer.
Ich bin seit einer Woche mit Lektüre/n von “Jenseits des Protokolls” beschäftigt, die ich in meinem literarischen Blog veröffentliche. Vielleicht mögen Sie aus Parallelitätserwägungen mal dort hineinschauen.
Herzliche Grüße
Doris Brockmann
Doris Brockmann
eins muss ich ja sagen, beim lesen ihres raubkopierten textes habe ich ihr nicht abgenommen, dass sie außenseiterin ist. nach dem lesen der reaktionen und rereaktionen und rerereaktionen – sine fine – habe ich festgestellt, dass sie recht hat. und ihr seid masse.
Vorab: Ich habe das Buch nicht gelesen. Aber diesen Satz:
> Die sich nie die Frage gestellt hat, die sich jeder Autor mehrmals am Tag stellen sollte: “Who cares?” Welchen Wert hat mein Text für jemanden, der nicht ich ist?
wage ich doch in Frage zu stellen. Unterstellt man einem Autor mal, Künstler zu sein, dann schreibt er doch um des Schreibens wegen, nicht darum, beim Leser eine bestimmte Reaktion zu erzeugen. Um Belange der Zielgruppe, was denen zuzumuten ist etc. kümmert sich gemeinhin doch eher der Verlag als der Autor. Oder?
Im Prinzip hast Du Recht. Aber wenn ich nur banale Scheiße zu verkünden habe, dann kann ich zwar versuchen, mich “Künstler” zu nennen, aber es wird mir keiner abkaufen. Naja, außer vielleicht ein paar Piratenkumpels, die das Buch ernsthaft gut finden wollen. Es gibt schon soetwas wie objektive Glaubwürdigkeit von Kunst und ich war selten so froh darüber wie bei dem Thema “dieses Machwerk”.
Naja, recht übertrieben. Vielleicht haben Sie da einfach noch ein bisschen was aufzuarbeiten. Ich habe das Buch ganz gut vertragen. Es ist Unterhaltung, aber – es stimmt schon – der Leser kann damit nicht so wirklich was anfangen. Dennoch: ein wenig nostalgisch war ich schon. Dachte an meine eigenen Chatgespräche, One-Night-Stands, Joints, etc. Hätte ich sicher auch ohne das Buch hingekriegt, aber womit “aktiviert” man sonst solche Erinnerungen wenn nicht mit so einem Buch? Unterm Strich bin ich zwar nicht schlauer geworden, aber das bin ich nach diesem Blogeintrag ja letztlich auch nicht.
n8i und grüße,
Arno
@Martin
Herrje, ist es wirklich so schwer zu verstehen, was der Unterschied zwischen einem kommunikativen Setting, in dem man Lesern, Gesprächspartnern oder Zuhörern von vornherein die Rolle der Kulisse und des Auditoriums zuweist und einem introspektiven Text, in dem man Einblicke gewährt, ist?
Es geht mitnichten um das (in Deinen Augen wohl zu ähnliche und darum zur Konstruktion verwirrender Gemeinsamkeiten herhaltende) Sujet, also den intimen Einblick, sondern es geht um die Funktion, die eine solche Öffnung erfüllt. Es geht um die Frage nach biographischer Konstruktion, um Sinnzuschreibungen und um Konstitution von Bedeutung schrammseits – und um eine Schilderung einer Lesesituation, die nunmal subjektiv ist andererseits. Oder einfacher: Eine von beiden erzählt, um das Bild, das Du von ihr haben sollst dann doch lieber gleich selbst zu malen (und dabei fucking hell wie ein dickliches Engelchen von Victoria auszusehen – aber Du darfst zugucken, wie sie eine schöne pralle Tube Chinarot genüsslich in den Händen rollt…), eine andere erzählt, um etwas zu erzählen. Ist doch nicht so schwer, oder?
@Arno: Gruselig – dieser kleine Hinweis, da wäre wohl noch was aufzuarbeiten und gleichzeitig zu siezen. Diese perfide Kombination zwischen Eindringen in Persönliches (nichts anderes sind solche pseudo-psychologischen Diagnosen) und gleichzeitig unangemessener Distanz über das affige Blog-Sie. Hui.
Mir scheint, hier spricht eine schramm-verwandte Seele: One-Night-Stands, Joints, bedeutungsschwangeres etc. – Sie sind mir ja einer! Toll, was Sie alles erlebt haben! Und wie dezent Sie damit umgehen. Fast möchte man fragen: Julchen, bist Du es? In jedem Fall freut es mich aber sehr, dass Sie das Buch so gut vertragen haben, das spricht wirklich für Ihren Geschmack und Ihre gefestigte Persönlichkeit. Allgemein ist ja Robustheit im Konsum wirklich immer ein Aushängeschild für Kennertum. Sieht man gut an den Leuten, die nach einem schnellen Stop am McDrive zur Aufnahme zweier McRib, einer großen Portion Pommes und eines Erdbeermilkshakes danach einfach so weiter autofahren können. n8i!
Mir ging es nur um die Frage, ob so eine krasse Kritik gerechtfertigt ist oder nicht und das ist in meinen Augen mitnichten der Fall. Es ist nur ein Buch und wenn da jemand schreibt, es hätte ihn nahezu missbraucht, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln (wie übrigens auch über deinen Kommentar). Völlig übertrieben. Aber es stimmt schon, “Robustheit im Konsum” ist sicher wichtig. Ich würde das Medienkompetenz nennen. Fühl ich mich von einem Werk negativ beeinträchtigt, dann lege ich es einfach weg und fertig, aber schreibe dann nicht noch so einen denunzierenden Blogeintrag. Ich kenne Fr. Schramm nicht, weiß aber, wie sensibel ich wäre, wenn ich der Welt meine Werke vorstellen würde. Da wären dann solche “Rezensionen” fast schon traumatisierend für mich. Grundsätzlich finde ich es super, wenn ein junger Mensch ein Buch schreibt. Da die Unkonventionalität des Buches mir gefallen hat, würde ich Fr. Schramm auch wünschen, dass sie weiterschreibt. Klar kam das Buch sehr narzistisch rüber. Das kann man auch in einer Rezension anprechen, damit sie es ändern kann, aber vor allem muss sowas dann behutsam geäußert werden. Wird es das nicht, würd ich dem Rezensenten unterstellen, er wolle nicht konstruktive Kritik üben sondern einfach nur beleidigen und letzteres sollte nicht die Ebene sein, auf der man sich hier im Netz begegnet.
P.S.: ich esse gar nicht so viel, weil ich was mit dem Magen habe
Grüße,
Arno
Ach so. Das Buch kann niemanden “missbrauchen”, aber eine Rezension kann irgendwen “traumatisieren”. Interessant.
Ich weiß zumindest von keinem Gerichtsverfahren, in welchem ein Buch wegen Missbrauchs angezeigt wurde. Aber mal im Ernst:
Ich sage: Mich hat das Buch nicht missbraucht und mich hätte die Rezension traumatisiert.
Ich sage nicht: Missbrauch, so wie ihn die Rezensentin schlidert, ist grundsätzlich nicht möglich. Ich sage nur, dass der “Vorwurf” auf der Grundlage meines Eindruchs über das Buch nicht gerechtfertigt ist und dass ich ihn daher übertrieben finde.
Das jegliches Schriftstück seine Wirkung entfaltet, ist klar. Meine Aussage ist eher stochastisch zu sehen: ich kenne keinen, dem ich das Buch aufgrund seiner psychologischen Wirkung nicht empfehlen würde. Es ist somit in meinen Augen diesbezüglich unbedenklich. Wenn die Rezensentin hier zu anderen Schlüssen kommt, ist es okay. Dann wird nur die Zeit zeigen, ob solche Effekte tatsächlich generiert wurden. Was ich bezweifeln würde. Daher kann die Wirkung auch ein Resultat von charakterlichen Eigenheiten der Rezensentin sein. Ist dies der Fall, mildert das natürlich den Einfluss, den man dieser Rezension zusprechen sollte.
Kurzum: Ich finde das Buch im Hinblick auf mögliche missbrauchende Effekt unbedenklich und würde meinen, dass dies auf den Großteil der anderen Leser auch zutreffen wird. Weitaus bedenklicher sind da schon Horrorbücher, etc.
Das ist bloß ein Teenieroman von einer Mittzwanzigerin. Mehr nicht!
Wie wäre es mit einem Rezensionsbuch? Sorry, aber widersprichst Dir, auch wenn Du es jetzt irgendwie hindrehen willst. Mich haben sehr viele Bücher massiv psychisch beeinflusst, ich würde sogar so weit gehen, dass ich von Literatur in gewisser Weise “erzogen” wurde.
Insofern kann ich mir gut vorstellen, sich nach einem Buch “missbraucht” zu fühlen. Jeder Text kann soetwas auslösen, bei unterschiedlichen Personen in unterschiedlicher Weise. Und wie Alexandra das oben schildert, ist ihr das offenbar auch passiert mit dem Julias Schramm-Werk. Julia Schramm hingegen twittert fröhlich was über “Guten Morgen, Mob.”, fühlt sich immer noch wie die große “Piratenvordenkerin” und klingt nicht sonderlich traumatisiert.
@Will Anonym bleiben
Du kannst doch ihre Befindlichkeit nicht aus einem 3-Worte-Twitter-Post ableiten. Wer weiß, wie sie sich fühlt. Mist mit dem Buch hat sie auf jeden Fall gebaut und das weiß sie auch. Dennoch sollte eine Rezension sich auf das Werk und nicht auf die Umstände beziehen. Dass sie ihr Amt missbraucht hat, dürfte letztlich nichts am Inhalt einer Rezension über ihr Buch ändern. Und das tut es nunmal in dem meisten dieser Rezensionen doch. Man geht da schon beim Lesen mit Vorurteilen heran und findet sich dann natürlich auch bestätigt: “Na mal schauen, was Fr. Schramm verzapft hat! Oh Gott, was für ein dämliches Cover! Ach du Scheiße, was schreibt sie denn da wieder! usw.” Wenn man mit so einer Meinung ein Buch liest, ist klar, dass da keine ausgewogene Rezension herauskommt.
Und nochmal: Ja Bücher haben prägenden Einfluss und hätte ich auch nur ansatzweise einen Missbrauchseffekt hier wahrgenommen, dann hätte ich es auch unterlassen, die Rezension als Übertreibung zu bezeichnen. Doch ich konnte da nix erkennen. Fr. Schramm ist eitel, labert schwülstig gegenstandslos daher. Auf jeder Seite mag stehen: “schau, wie klug und hübsch ich bin!” Das ist alles richtig, aber ich empfinde es dann nicht als Missbrauch, wenn ich (so blöd bin) und weiter lese. Was soll denn ein Autor da machen? Auf jeder Seite einen Infotext stellen:
“Wie fühlst du dich nach dieser Seite? Hat dich das jetzt unangenehm berührt? Willst du wirklich weiter lesen? Es ist nicht unhöflich, wenn du aufhören möchtest. Tu es ruhig!” (!?)
Das meine ich denn auch mit Medienkompetenz.
“Das Restaurant war scheußlich. Das Essen war gut, aber es hat mich dazu verleitet, ständig mehr zu Essen. Immer mehr. Bis ich dann gekotzt hab. Ich würde daher das Restaurant nicht empfehlen.”
Vielleicht noch eine These: Eine Rezension wirkt sich traumatisierender auf den Autor aus als ein Buch bei seinem Leser. Das liegt letztlich an der Bindung des Autors zu seinem Werk. Wenn ich ein mir fremdes Buch lese, habe ich erstmal gar keine Bindung dazu. Gefällt es mir nicht, baut sich da auch keine Bindung weiter auf. Da könnte der Autor mich beleidigen, wie er will. Es juckt mich nicht.
Seltsam, offenbar gibts da viele, die das anders sehen…
@Arno: Nochmal kurze Antwort: Ich persönlich habe etwa die Hälfte von diesem Buch gelesen und habe schon deswegen eine persönliche Beziehung dazu, weil es die Medien “Buch” und “Text” sind und ich mich in diesen durchaus seit langer Zeit heimisch fühle. Und ich muss sagen: Ich kann @silenttiffys Reaktion mehr als nachfühlen. Mich “triggert” dieses Buch auch wahnsinnig. Ich fühle mich in gewisser Weise auch “missbraucht” und werde sehr, sehr wütend über dieses pseudokluge Namedropping und den sonstigen Faselmorast. Es geht mir also “emotional nahe”, und zwar auf eine sehr unangenehme Weise.
Das hat mir der Autorin erstmal nichts zu tun (die schreckliche Doppelmoral bezüglich “Geistes Eigentum ist ekelhaft” und ihr sonstiges Wendehalsverhalten inklusive Krone im Austeilen von Beleidigungen seit Jahren) lassen wir mal außen vor), sondern nur mit dem Text und so lese ich meine Bücher: Vom Text her. Es wäre hingegen wirklich fatal, wenn man aus “Rücksicht auf den Autor” keine negativen bzw. ehrlichen Rezensionen mehr schreiben könnte. Ich sehe in dem Text nicht mal wirklich, dass @silenttiffy absichtlich das Buch auf einen Verriss liest, im Gegenteil sagt sie doch selbst sehr deutlich, dass sie etwas Positives finden wollte und nicht glauben konnte, dass es wirklich derart schlecht sein soll. Ist es aber doch.
@Will Anonym bleiben
Das Respektiere ich ja auch. Es wäre nur sehr löblich, wenn man sich auch mal ein paar Gedanken über die Gefühle des Autor machen würde – bevor man sich völlig ungefiltert über einen Autor auslässt, nur weil dessen Buch einen selber nicht gefällt. Es ist ja nicht schlimm, wenn man etwas nicht mag, aber der weitverbreitete Trend, so eloquent wie möglich jemanden zu diskrditieren, geht mir gehörig auf die Nerven. Schau dir den Satz doch mal an:
“Ekelhaft wirken auch ihre Versuche, durch akademisches Namedropping Intellekt vorzutäuschen und durch Befindlichkeitsfloskeln Tiefe.”
Fr. Schramm ist durchaus intelligent, immerhin promoviert sie ja auch. Dass es sicher noch intelligentere gibt, ist unbestritten, aber im Rahmen einer Rezension ihr das absprechen zu wollen, halte ich für eine Diskreditierung, sonst nichts. Und selbst wenn sie total verblödet wäre, gäbe es keinen “Rezensenten” das Recht darüber herzuziehen, weil es dann ein Umstand wäre, für welchen der Autor nichts kann.
Tut mir leid, das geht mir hier zu weit, sorry.
FYI: in ihrem Blog (http://juliaschramm.de/2012/09/17/vorwort-und-kommentare/) unter “Bruce” hab ich mal meine Rezension verfasst.
So kann man das auch sehen…
@Arno: Ich vermute, Du stammst aus dem Piratenumfeld und/oder kennst die Autorin persönlich, was Deine mangelnde Distanz erklären würde. Würdest Du Dich auch so für die Gefühle des Verfassers einsetzen, wenn das Buch von einem oberfränkischen CSU-Politiker verfasst wäre?
Ansonsten muss ich Dir an der Stelle sehr, sehr vehement widersprechen: Mit der Aussage “Denk doch beim Rezensieren an den Autor” führst Du einfach mal die komplette Literatur- und Kunstkritik in ihrer Gänze ab Absurdum. Auf der Basis kann man nichts mehr objektiv rezensieren, dann ist nämlich das siebenjährige Mädchen, dass sich sehr bemüht hat, einen Aufsatz zu schreiben und die eine schwere Kindheit hat, die beste Autorin der Welt. In jedem Literaturseminar in der ersten Stunde kriegt man gesagt, dass es alleine auf den Text ankommt, alles andere ist Biographismus und Gefühlskitsch a la “Was will uns der Autor damit sagen? In welcher Lage steckt der Verfasser?”
Und drittens: Diese eitle Namedropping ist auch mir sehr, sehr, sehr negativ aufgefallen, insofern bin ich froh, dass @silenttiffy das herausstellt. Das betreibt Julia Schramm seit Jahren: Immer mal wieder Adorno-Zitate oder Worte wie “Poststrukturalismus” sinnlos in Texte einflechten. Es ist ein simpler Taschenspielertrick, um über eigene intellektuelle Unzulänglichkeiten hinwegzutäuschen.
Kurzum: Es mag sein, dass sie im Grunde nicht dumm ist. Aber das hat mit diesem Buch nichts zu tun. Der Text ist ein hochgradig selbstverliebtes und scheußliches Befindlichkeitstagebuch einer trotzigen Person, die nichts zu sagen hat.
Ich glaube, wir reden über zwei vollkommen verschiedene Dinge:
Ich spreche über ein Buch und seine Autorin, die beide gleichermaßen öffentlich sind bzw. sich bewusst öffentlich gemacht haben. Ich spreche nicht über Dinge, die ich mir erschnüffelt habe (und die mich deshalb nicht angehen), sondern nur über Solches, was mir (m.E. durchaus kalkuliert und taktisch) zur Bewertung von Buch und Autorin zur Verfügung gestellt wird. Und ich setze auch nichts ins Verhältnis, was nicht bewusst aufeinander bezogen wurde – von Anfang an hat Schramm sich als Autorin auf Augenhöhe neben ihrem Text platziert. Also empfinde ich es als legitim, beides miteinander ins Verhältnis zu setzen.
Im Gegensatz dazu verteidigst Du das eine und erteilst dem anderen Welpenschutz. Wohlgemerkt: Eine Person und ein Werk, die massiv die Öffentlichkeit suchen und mitnichten böse ins Sperrfeuer böser Kommentatoren gezerrt wurden. Du wirbst um Verständnis (wer weiss, wie sie sich fühlt, denkt auch mal jemand an die Gefühle der Autorin), relativierst mit ihrem Alter oder sitzt merkwürdigen Fehlschlüssen auf (sie ist intelligent, immerhin promoviert sie ja). Eigentlich sprichst Du viel mehr über die Autorin als ich…
Und dann schreibst Du allen ernstes, selbst wenn “sie total verblödet wäre, gäbe es keinem “Rezensenten” das Recht darüber herzuziehen, weil es dann ein Umstand wäre, für welchen der Autor nichts kann.” Das ist dann der Moment, an dem ich mit dem Kopf schüttele…
@miss manierlich und @Will Anonym bleiben
Sätze wie den oben beschriebenen sind keine “objektive Rezension”. Mir geht es vornehmlich um den kränkenden Ton, den offenbar dann auch noch Menschen unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit verteidigen wollen. Wenn ein Text unter dem Niveau liegt, kann man das schreiben, aber nicht die Ursache dafür an den Pranger stellen. Das Beispiel mit der Siebenjährigen finde ich da nicht schlecht. Dieser würde man auch nicht mit einem vernichtenden Urteil das Herz herausreißen wollen, sondern eben versuchen ihr dabei zu helfen, es beim nächsten Mal besser zu machen. Und genau das sollte eine Rezension leisten. Einem Künstler die Stärken und Schwächen seines Werkes aufzeigen unter – ganz wichtig – Rücksicht auf seinen Selbstwert. Ist dieser durch fachliche Kritik beeinträchtigt, wär es okay, solange die Kritik gerechtfertigt ist. Ist dieser jedoch durch Kritik an der eigenen Person beeinträchtigt, wird eine Grenze überschritten, bei der der Rezensent den lieben Gott spielen will, indem er meint, er dürfe darüber urteilen, wer auf dieser Welt leben und Kunst machen darf und wer nicht. Im Falle Schramm ist es zugegeben etwas schwierig, fachliche von persönlicher Kritik zu trennen und genau da ist es eben Sache der Formulierung, die die Motivation des Rezensenten offenbart. Bei dem oben genannten Satz unterstelle ich, dass hier einfach mal jemand beleidigt werden sollte. Das kann man doch dann nicht einem als Rezension verkaufen wollen! Das ist einfach Rufmord und genau da fange ich dann an empathisch zu werden und Mitleid zu empfinden. Das ist ein Erstlingswerk, noch ein ganz junges Mädel, dem vielleicht etwas der Trubel um ihre Person zu Kopf gestiegen ist. Sowas wächst sich doch raus. Aber was bleibt, ist vielleicht hoffentlich der Genuss am Schreiben. Den sollte ihr auch keiner nehmen – so dilletantisch er es auch finden mag. Ich denke nicht, dass sie allzu emfindsam ist, aber es gibt durchaus Menschen, die wohl nach so einem “shitstorm” ernstzunehmende psychische Störungen davontragen.
Merkt ihr, dass jeder Verantwortung für seine Worte trägt?
“indem er meint, er dürfe darüber urteilen, wer auf dieser Welt leben und Kunst machen darf und wer nicht. Im Falle Schramm ist es zugegeben etwas schwierig, fachliche von persönlicher Kritik zu trennen”
a) Ich nehme an, dass keiner oder nur wenige der Rezensenten des Buches Julia Schramm persönlich kennen. Das, was “über ihre Person” in den Rezensionen vorkommt, stammt aus einer Betrachtung des Buches, als deren Hauptfigur sie sich nunmal selbst ausgesucht hat (und zwar gleich mehrfach). Die Figuren eines Buches zu betrachten und sich zu deren Charakter zu positionieren, ist eine völlig legitime Herangehensweise an einen Text, daran gibt es nichts zu rütteln. Anders ausgedrückt: Niemand hier redet über die Privatperson Julia Schramm, sondern nur über das, was sie so laut wie möglich in eine größtmögliche Öffentlichkeit schreit.
b) Aber absolut selbstverständlich darf jemand, der ein Musikstück, ein Buch, ein Kunstwerk rezensiert, “darüber urteilen, was Kunst ist”. Er muss es sogar, denn das ist die AUFGABE von Kunstkritik, die eine extrem wichtige Funktion in der Kultur erfüllt. Oder gehörst du zu denen, die das Feuilleton abschaffen wollen, weil ja eh alles subjektiv ist und ein Franzen-Roman denselben Stellenwert hat wie ein zweiminütiges Kätzchenvideo?
@Will Anonym bleiben
a) hm naja, das heißt also, man kann jeder Person, die in der Öffentlichlichkeit steht, Beliebiges gegen den Kopf klatschen. Es ist ja “bloß” die “öffentliche” Person, gegen die man sich richtet. Könnte man machen. Fraglich ist nur, inwieweit ein emotionaler Bezug zwischen der öffentlichen und privaten Person existiert. Ich würde behaupten, dass es von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, wieviel (angreifbare) Privatheit er in seine öffentliche Person mit hineinpackt. Und genau da ist auch eine Gefahr für den Rezensenten, weil dieser – da er die Privatperson nicht kennt – die Verbindung gar nicht abschätzen kann. Ein Helge Scheider ist sicherlich eine komplett isolierte Kunstfigur, die sicher so einges wegstecken kann, aber ist es eine “Julia Schramm” auch?
b) Das Thema ist seeeeehr komplex (da könnten wir uns Stunden unterhalten :-) ). Für mich darf Kunst erstmal alles. Auch schlecht sein. Das Feuilleton ist sicher praktisch, wenn man sich mit Kunst auskennt. Kennt man sich weniger aus, was wahrscheinlich die Regel ist, ist man schon auf andere Rezensionen angewiesen. Wissen über Kunst determiniert auch den Geschmack. Wenn ich nicht viel Zeit habe, mir das Wissen anzueigenen, ist vielleicht eine “Normalo”-Rezension für mich oftmals hilfreicher. Kommen viele Menschen zusamenn, die keine Ahnung von Kunst haben, gewinnt auch schonmal im Klickwettbewerb das Kätzchenvideo. Da kann sich dann der “Kunstkenner” des Feuilleton noch so die Haare zerraufen.
Kunst ist nichts Elitäres
Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch.
Ich hab’ das “Buch” nicht gelesen und es egtl. auch nicht vor, daher nehm’ ich einfach mal an, dass dieser Verriss berechtigt ist. Aber: Ist es nicht etwas scheinheilig, etwas derart schlecht zu finden, und es dennoch – zumal mit Partner-ID – bei Amazon zu verlinken? Wenn man andere schon davor warnt, sollte man ihnen auch jede Mglk., es selbst zu erfahren, erschweren. Egal, ob man dadurch ein paar Cent weniger verdienen würde… Integrität und so. ;o)
Es ging hier um zwei Anliegen.
Erstens, der Artikel an sich: “Jemand hat ein (vermeintlich schlechtes, aber sehr erfolgreiches) Buch über ein Thema geschrieben, welches mir vorbehalten sein sollte. Meine Missgunst kennt keine Grenzen”
Zweitens, Amazon:
Den Verriss ins Absurde führend wird versucht, beim Leser eine gedankliche Brücke zu besprochenem Produkt herzustellen. Man könnte es auch partizipieren am Ruhm Anderer nennen. Ich hoffe, Julia wird nie auch nur ansatzweise den Namen der Autorin dieses Weblogs nennen.
Im Übrigen ist das Meiste, was jene bei Twitter verzapft, dreist zusammenkopiert.
Geht es vielleicht um den Spiegel oder aus dem Umgang entstandene Bewältigungsstrategien in typisch weiblicher Manier? Musste es gleich ein Buch sein oder bedarf es diesen Mediums? Fragen über Fragen stellen sich dem aufmerksamen Leser. War das Zerbrechen einer politischen Bewegung vorgezeichnet durch den Neid der Aussenstehenden? Leider gibt es noch keine offizielle Pressemitteilung, an der man sich festhalten kann.
“Klick mich” von Julia Schramm als kostenfreier Download http://bit.ly/NBUuzA
Ist das da oben eigentlich ein affiliate link?
Moechtest du an der Lektuere mitverdienen?
hm.
-u
Wow, just wow… Das mit dem “sich von einem Buch missbraucht fühlen” kommentiere ich erst gar nicht weiter…, aber das Missbrauch als etwas dargestellt wird das freiwillig geschieht (denn nichts anderes ist das Lesen eines Buches das man sich selbst, aus eigenem Antrieb gekauft hat – ich vermute beim Lesen hielt dir außerdem niemand eine Waffe an den Kopf), erlebt man auch nicht alle Tage.
Ist das nicht gerade die beste Formel um totalen Schund zu fabrizieren? Schließlich geht es dann ja nicht mehr um irgendeinen künstlerischen Anspruch, wenn man sich nur darüber Gedanken macht, was sich wohl am besten verkauft.
Ich empfinde es immer als unangenehm wenn Leute mich übermäßig ausfragen, daher empfinde ich es als Höflichkeit, meinem Gegenüber nicht das gleiche Verhalten “anzutun”. Das ich deshalb ein selbstverliebter, emotionaler Vampir bin, habe ich noch gar nicht gewusst. :D
Und damit einer von diesen ekelhaften Egoisten zu sein, die sich selbst immer total special finden, hat das bestimmt auch nix zu tun, wenn man immer erwartet von jedem mit möglichst viel Aufmerksamkeit bedacht zu werden, sei es durch persönliche Fragen oder was auch immer. :D
Nachfolgende Germanistengenerationen werden sich an diesen zwei Beiträgen samt Kommentaren noch die Finger wund schreiben (und lecken). Respekt. Das schönste ist deine unangreifbare Ausgangslage. Als Gegenzug müsste Julia auch ein Buch (dein jetziges, ein späteres) von dir rezensieren. Ob sie es täte? Vermutlich nicht. Das wäre als einziges Ungleichgewicht zu bemängeln.
In meinen Augen war die Tumblr-Seite mit dem Download-Link zu dem Buch ein Flame Bait und der ganze Shitstorm eine Kampagne mit Ankündigung. So viel Aufregung um ihre Äußerung von angeblich ekelhaften geistigen Eigentum, dabei fällt diese Aussage erst nach fast drei Stunden reden und trinken mit Winde und Seemann. Julia Schramm war einfach ein bisschen betrunken und hat das Wort ekelhaft einmal zuviel gebraucht – sie hatte damit nämlich eigentlich die Handelsblatt-Aktion mit dem Tiel “Mein Kopf gehört mir” gemeint. Vieles, was hier gesagt wird, scheint mir von Neid und Mißgunst geprägt zu sein.
http://mashpussy.tumblr.com/post/31883204030/saving-julia-schramm
Hallo Julia :-D
“mashpussy.tumblr.com” gibt es eit 20.8. und hat auf Twitter 4 und auf FB 1 Follower!!111 Meine Güte…
(Pardon @ Tiffy, aber das konnte ich mir nicht verkneifen)
Grüsse Captain Obvious aka Lara ;)
“Klick mich” ist nicht nur ein schlechtes Buch, es ist ein Buch, von dem einem schlecht wird. :’-(
Bei dem Satz habe ich mich weggeschmissen und lag vor Lachen gekrümmt auf dem Boden…. meine Katze guckte mich ganz schön blöde an derweil…
Boahhhh…, ist das gruselig was ich da lese. Ich fühle mich angeeckelt ohne es gelesen zu haben. Die ersten paar Zeilen und der Titel lösten ein Würgreflex bei mir aus. Im Ernst! Du hast die Frau Schramm super beschrieben. Nichts anderes ist mir bisher in Ihren Interviews aufgefallen auch wenn ich immer veruscht habe mir zu sagen dass ich zu hart urteile. Doch Flasche Menschen bleiben nun mal Falsche Menschen! Man kann Geltungssucht nun mal nicht verstecken. Hat schon mal Jemand das Buch vielleicht mit Texten aus Mein Kampf verglichen? Ernsthaft jetzt! So wie du darüber berichtest lässt echt vermuten dass es da parallelen geben könnte. Ich kenne Mein Kampf auch nur aus angeeckelten Beschreibungen die sich sehr ähneln. Es wäre bestimmt sehr interessant nach Parallelen zu forschen! Ich möchte jedoch muttige und Lebensmüde Geschichtswissenschaftler mit einem festen Magen, um diese schwere Aufgabe bitten! :D
PS: Ich kann dein geschriebenes leider nicht Twittern, da läuft was falsch mit der verlinkung. Die Knöpfe sind nicht anklickbar. Grüße und weiter so. Dein Mut rettet viele Menschen vor der Nutzung von Antibrechreizmitteln! :D
“Doch Flasche Menschen bleiben nun mal Falsche Menschen!”
Bin mir nicht sicher, ist das nicht ein Zitat von Doktor Goebbels?
Vielen Dank für diesen wunderbaren Text!
Als ich dieser Tage über Zitate von Frau Schramm stolperte, dachte ich mir nur: »herrje, wieder so ein kleines Würstchen, das die Welt mit aller Gewalt teilhaben lassen will an seiner beschwerdefreien Ahnungslosigkeit.«
Beschwerdefrei leider nur für sie. Der Knaller war aber der Spruch: »ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben …« Über den Verlag resp. dessen Lektorat sagt das natürlich auch Einiges aus.
Spätestens nach diesem Ekel-Text hier investiere ich das gesparte Geld lieber in ein Fachbuch über das Recycling von benutzten Kaffeefiltertüten. Ist bestimmt spannender.
Danke für diesen Post, der nicht nur viel Wahrheit enthält, sondern zugleich mir das mögliche Lesen eines lästigen Buches erspart hat. Emotionsvampire gibt es da draußen sehr viele. Am besten ist es, Abstand zu halten von Beziehungen, in denen sich Geben und Nehmen nicht die Waage halten. Die entsprechenden Personen sind sich ihres Tun vermutlich gar nicht so bewusst. Das ist zumindest meine Hypothese als Mensch, der irgendwie an das Gute im Menschen glaubt.