Super Wrintendo

27 Jul

Eine neue Folge der Wrintheit liegt bei Holgi herum. Wer spendet, hilft dem gealterten He-Man, sich modische Strähnchen färben zu lassen! (Wer sein gesamtes Milchgeld spendet, darf die Farbe bestimmen)

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Digital und Wrint

13 Jul

Liebe Wrintomanen,

Zwischen der letzten Sendung und der heutigen liegt ein Erdzeitalter. Umso dankbarer bin ich für jede Spende, die ihr dem armen Kind mit dem Ghettoblaster zukommen lasst, auf dass es sich etwas Warmes zum Überziehen leisten kann.

Die aktuelle Folge wie immer bei Holgi. 

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Ziemlich schlechte Titel!

3 Jul

Als ich letzten Frühling über die dümmsten Titel blogte, die die Vorschaukataloge der großen Verlage hergaben, war ich mir eigentlich sicher, dass nun jedes halbe Jahr eine reiche Ernte auf mich warten würde. Leider muss ich euch mitteilen, dass ich in den Herbstprogrammen 2014 nicht wirklich fündig geworden bin. Platte Wortspiele passen wohl besser zu Flipflops als unter den Weihnachtsbaum. Zum Trost  präsentiere ich nun ein weiteres kurioses Phänomen aus dem Buchmarketing: Wenn ein Buch zum Erfolg wurde und lange genug die Bestsellerlisten rockte, nehmen viele Verlage das zum Anlass, neue Bücher aus ihrem Programm so ähnlich zu betiteln. Inhaltliche Übereinstimmungen bestehen in der Regel nicht. Der Kunde soll einfach denken: “Das hab ich so ODER SO ÄHNLICH doch schon mal gehört” und auf der Basis dieser vagen Vertrautheit das Buch kaufen. Die psychologische Wahrheit dahinter: Den Bauern zieht’s zu Dingen, die er kennt oder zu kennen glaubt. Und wir lieben Dinge, die uns an Dinge erinnern, die wir lieben. Ob das auch funktionieren würde, wenn man meine (wahrscheinlich unvollständige) Auswahl auf einem einzigen Büchertisch präsentieren würde?

 

Das Original:

 

Und die False Friends:

 

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Also, ich weiß ja nicht.

 

PS: Der Film- und DVD-Markt macht jetzt auch mit: Ziemlich dickste Freundinnen! >:-(

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Wonne in der Wanne? Mein Leben als Badespass-Bremse

20 Mai

„Wonne in der Wanne“ stand auf einer Häuserwand, an der mein Schulbus jeden Tag vorbei musste. Unter dem flotten Spruch ein Cartoon: Mit heraushüpfenden Brüsten schwingt sich eine Wuchtbrumme zu ihrem Gatten in den Zuber. Die Fünft- und Sechstklässler pissten jedes Mal Gurkenwasser vor Gekicher, wenn der Bus hier an der roter Ampel hielt.

Wonne in der Wanne? Dass Menschen nicht nur zu Reinigungszwecken baden, war zeitlebens ein Mysterium für mich. Es begegnete mir erstmals in Form einer Barbie-Wanne, aus der auf Knopfdruck  Seifenblasen kamen. Mit diesem Spaß-Mechanismus war es Barbie gelungen, mich von ihrer hohen sozialen Stellung zu überzeugen. Wo sonst wurde das Baden derart zelebriert? Ich kannte solche Ausschweifungen nur von Bildern in Märchenbüchern; eine Wanne auf Löwenpfötchen, aus der es rosa-opulent herausschäumt. Es nähert sich staksend der wohlgenährte König, um mit seinem dicken Zeh die Badetemperatur zu prüfen. Quel décadence!

Ich dagegen komme aus eher bescheidenen Verhältnissen, was mir wieder einfiel, als ich die „Niederungen“ von Herta Müller las. Darin beschreibt sie, wie die Mitglieder einer Familie am Badetag nacheinander in die Wanne steigen, um sich „die grauen Nudeln“ vom Körper zu reiben. Die Wanne bekommt erst einen gelben, dann einen braunen, schließlich einen schwarzen Rand, bis jeder seine Nudeln losgeworden ist. Erst dann wird die undurchsichtige Suppe zum Abfluss freigegeben.

Die Dusche als solche lernte ich erst in Deutschland kennen. Es war nicht sofort klar, warum ausgerechnet das Duschen Wasser sparen sollte. Es fühlte sich verschwenderisch an, wenn man nicht gerade zu fünft in der Kabine stand. Neu war auch Duschgel, etwa “Duschdas”, das Dusch-Ass. >:-(

Als Teenager, der am Kapitalismus teilnehmen wollte, bekam ich schnell mit, dass „Baden“ hierzulande ein DING war. Der Soziologe würde sagen: eine Praxis. Wie Grillen, Sauna und Tennis-Klavier. Ein Spiel mit eigenen Regeln. Man musste wissen, wie es geht. Ganze Drogeriemarkt-Abteilungen widmeten sich daher der Kunst des Badens. Neben Luffa-Gurken, toten Schwämmen und Peeling-Handschuhen gab es dicke Süßigkeitengläser mit Badeperlen in allen Farben und Formen, die in den 90ern ein beliebtes Geschenk für trendbewusste Mädchen waren. Da ich nicht zu dieser Spezies gehörte, musste ich mich selbst drum kümmern.

Mein erster Erwerb eines Badezusatzes war eine Enttäuschung. Es handelte sich um eine Badetablette von Kneipp, die mir große „Sprudelbad“-Versprechungen machte und sich dann doch nur als riesige Brausetablette entpuppte. Mit dem Unterschied, dass ich mir den dicken Puck nicht wie eine klassische Vitamin-Brausetablette auf die Zunge legen konnte. So saß ich also bitter in der Wanne, sah der Tablette beim Sichauflösen zu und bedauerte zutiefst, für so etwas Lahmes Geld ausgegeben zu haben.

Nebenbei stellte ich fest, dass Baden scheiße langweilig war. Und dabei habe ich echt viel ausprobiert. Baden mit Musik. Baden in the Dark, bei Disco-Beleuchtung und im Kerzenmeer. Baden mit Snacks. Mit Elektrogeräten. In Anwesenheit eines Haustiers. Nichts gab mir den Kick. Ich hielt es in der Wanne nie lange aus. Warum taten es bloß alle – und dann auch noch mit dem zeremoniellen Ernst, den man in der Fernsehwerbung sah?

Erst später habe ich mir bewusst gemacht, dass „genüsslich“ Badende eigentlich immer Frauen waren. Nun hatte ich einen Grund mehr, an meiner Weiblichkeit zu zweifeln. Die Badewanne wurde mir mit den Jahren zum Symbol für „Weiberscheiße“, mit der ich nicht in Verbindung gebracht werden wollte, wie das lustvoll-verschämt ausgelöffelte Nutella-Glas oder die vor der Wohnungstür ausgestellten 101 Paar Schuhe. Und so war es mir mehr als Recht, dass mir in meiner gesamten zweiten Lebensdekade keinerlei Badewannen zur Verfügung standen.

Menschen besuchten mich zwar, brachten Mitleid für mein winziges Bad mit, für die karge “Nass-Zelle” ohne den Wohlfühlfaktor, dessen sich weibliche Badezimmer zu rühmen haben. Ich jedoch vermisste gar nichts, solange ich hin und wieder eine Spinne die Wasserrutsche runterspülen konnte. In Phasen großer Lethargie motivierte mich ein Entchen, das bei Temperaturwechsel die Farbe änderte, meinen lebensmüden Körper abzubrausen. Sich einfach in die Wanne legen, das wäre auch zu einfach gewesen…

Der Übergang in ein geregeltes Leben ging mit dem Auftauchen einer Badewanne einher. Nicht, dass ich darum gebeten hätte. Sie war in der neuen Wohnung mit drin. Und ich fand, ich war erwachsen genug, sie für mich zu reclaimen. Ich konnte schließlich längst selbst entscheiden, wie lange ich mit abgeschaltetem Hirn in der Sonne brutzeln oder eben in der Wanne aufquellen wollte.

Natürlich musste ich dafür alles ausprobieren, was der Markt hergab. Ich begann mit einem Zwei-Phasen-Bad. Die „Technologie“ der Bade-Globuli versprach ein unvergleichliches Farbschauspiel. Das Wasser sollte sich erst rosa, dann nach einer Weile lila färben. Der Trick war, dass die Hälfte der Globuli etwas länger brauchten, um sich im Wasser aufzulösen. Doch bevor ihre Zeit gekommen war, bohrte sich der Schotter einfach in meine Schenkel. Ein unvergleichliches Bade-Erlebnis fürwahr!

Zum Glück gab es Alternativen, z.B. Bade-Öle in kleinen Fläschchen, die epische Namen trugen (Mondenkind orientalischer Nächte, Passion im Mohnfeld, etc.), die sie aber auch dringend nötig hatten, weil ihre Farbigkeit eher an Wannen-Suizid oder Baby-Pisse denken ließ.

Ergebnis meiner monatelangen Experimente: Ich halte Baden als gescriptetes Ritual nach wie vor für kompletten Blödsinn. Außerdem frage ich mich, wie man darauf kommt, ausgerechnet ein Buch mit in die Wanne zu nehmen. Liest man das dann ernsthaft oder ist es nur das aufregende Gefühl, mit den welligen Fingerkuppen die Seiten nass zu machen? Oder tut man es, um sich vorzukommen wie ein Mensch, der in der Wanne ein Buch liest?

Ich gebe zu, dass ich nach einer Weile doch Gefallen am Baden gefunden habe. Mindestens einmal in der Woche lege ich mich mit Salzen verschiedener Geschmacksrichtungen in den Sud. Ich quelle auf und schwelle an, bis ich wie diese grotesken Babypuppen aus den 80ern aussehe. Krank! Für den zusätzlichen Kick sorgt ein e-Reader, den ich ohne Wasserschutzhülle benutze. Ich weiß zwar immer noch nicht, wie man “herrlich entspannt”, aber bei Muskelkater hilft’s. Bemerkenswert finde ich noch, dass Lifestyle-Baden nicht sauber macht. Jedenfalls klebe und rieche ich “wie ein französischer Puff”, wenn ich nach dem Bad nicht ordentlich dusche.

 

 

Von meiner Badewanne gesendet.

Angus WRINT

18 Mai

Eine neue Folge der Wrintheit liegt bei Holgi zur AbLOLung bereit.

Hier mein Spenden-Toupet:

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Wrintcore

6 Apr

20 Jahre sind seit dem Tod von Kurt Cobain vergangen, aber erst vier Wochen seit der letzten Wrintheit!

Aus diesem Anlass steigt in meinem Spendentopf die Party des Jahres.

Jeder Flattr-Klick erhält das Gedenken an die Lippenstiftspuren, die der gammlige Ronald auf Kurts Zigarette hinterlassen haben mag.

Und hier könnt ihr die neueste Folge hören.

 

Kurt Cobain in Singapore, 1992 (1)

Wrint Feuerstein

9 Mrz

Exzentrische T-Rexae wollen dein Geld! In meinem Namen! Stopft ihnen die MÄULER!!!

Die neue WRINT-Folge gibt es bei Holgi!

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La Wrinteuse

9 Feb

Neue Wrintheit! Heiße Themen! Dies ist nur der Bettel-Pott!

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Andere Verlage haben auch schlimme Titel

7 Feb

Es ist eine Buch-Idee, die kein Verlag kaufen würde: „Die peinlichsten Buchtitel aus der total verrückten Welt des Verlagsmarketings“, versammelt in einer Taschenbuchausgabe, die mit SPIEGEL-Bestseller-Sticker auf den Markt kommt und wohlmeinenden Zeitgenossen zur Klo-Lektüre gereicht. Eine törichte Idee, drum lasst mich eure bloggende Umsonst-Expertin sein.

Buchtitel sind mein schmutziges Hobby. So wie andere Leute tote Katzen auskochen oder Masturbationsunfälle erforschen, scanne ich nachts Verlagsvorschauen nach erschütternden Titeln ab. Und weil mein Interesse so herrlich unnütz ist, möchte ich halbjährlich die Ausbeute mit euch teilen. Hier die “Rosinen” aus dem Frühlingsprogramm 2014!

Is was Dog

Häää? Da kratzt sich der Kunde erst mal am Hinterkopf und überlegt fieberhaft, welcher berühmte Filmtitel hier mit welchem abgehalfterten Idiom kombiniert – und dann auf diese unnachahmliche Weise verballhornt wurde. Das geht ins Hirn!

Wenn in Buchtiteln Wortspiel-Referenzen auf bekannte Werke aus Film und Literatur auftauchen, kann man nur hoffen, dass dieses neue Werk ebenso zum Klassiker wird und dann weitere Buchtitel nach sich zieht, die wiederum darauf Bezug nehmen. Sollte “Is was Dog – Mein Leben mit Hund und Haaren” also ein Erfolg werden, sind Titel absehbar wie: “Is was, Dork? Mein Leben mit Problemhaut- und Haaren” oder auch: “Is was, Long Dong? Mein Leben im Haus mit Harem”.

Voll bekindert

Der Titel knallt natürlich besonders gut, wenn das Kind deiner Freunde behindert ist.

(Wenig überraschend hingegen, dass die Vorschau mit dem Spruch “Für ziemlich feste Freunde” wirbt. Überall versucht man jetzt, auf den Erfolg des Bestsellers “Ziemlich beste Freunde” aufzuspringen.  So erscheint bei Blanvalet tatsächlich bald der Titel “Ziemlich feste Freunde” und passend dazu “Ziemlich schlechteste Freunde” bei Rowohlt.)

 

Im Himmel zu Hause

Creepy. Und so ganz anders gemeint als “Lenore – The cute little dead Girl”.

 

Erwachsen ODER SO

Schade, dass man das Wort “eigentlich” nicht mehr in den Titel gepresst hat. Denn “Eigentlich”, damit begann vor über zehn Jahren alles Trendig-Prätentiöse rund ums NEON-Magazin und das Motto seiner Leser: “Eigentlich müssten wir erwachsen werden.” Eine Generation von wohlstandsverwöhnten Plinsen mit kajal-dramatischen Kuhaugen heulte sich im Internet und in kostenlos ausliegenden Uni-Zeitschriften aus. “Buhuuuu, unser Leben ist so anderster wie das unserer Eltern!” – Überall Opfer intakter Familien, unter der Last der Freiheit zusammenbrechende, darunter mancher Homosexuelle, der sich nicht vor seinen Eltern outen konnte aus Angst vor coolen, drama-freien Reaktionen. Es hätte alles vorbeiziehen sollen wie schlechtes Wetter: Die Ballerinas, Leggins, Umhängetaschen, die deutschsprachigen Rockschlager von irgendwelchen Jammerlappen in Trainingsjacken und zartgliedrigen Säuselmädchen…  Und doch trifft man noch 2014 auf einen Titel wie diesen. “ODER SO”, die Lieblings-Wortfluse der um ihr Ego besorgten, die nichts zu sagen haben außer dass sie sich mal so und mal so fühlen. Ja, es ist hart: Wir dürfen uns ein Reihenhaus kaufen UND Snoopy-Pyjama tragen. Und “EIGENTLICH” müssten wir das “IRGENDWIE” schon verdaut haben “ODER SO.” >:-(

 

Darm mit Charme

…und das eBook gibt’s mit charmantem DRM-Schutz.

Mutter bei die Fische

Ja, das sind Wortspiele die so schlecht sind, dass man sie nicht mal Twitter-Anfängern durchgehen lässt.

Erinnert mich an einen älteren, ähnlich hirnrissigen Titel: “Alle Wege führen nach Morden” (JETZT MAL IM ERNST: WAS SOLL DAS?)

Häufiger als man glauben könnte kommt es vor, dass zwei (oder mehrere) verschiedene Verlage ein sehr ähnliches Thema im Programm haben und die gleiche Idee davon, wie es als Titel umzusetzen sei. Hier ein aktuelles Beispiel:

WanderWoman

…und die Konkurrenz:

Wanderful

Ich hab da noch ein paar Vorschläge:

Dawander – Kletterwände zum Selbermachen

Wander-Bra – Auf dem Gipfel der Lust

Ein Fisch namens Wander – Angler auf Abwegen

 

Der letzte Titel geht als strahlender Sieger dieser Runde hervor:

Kim und Struppi

 

In diesem Sinne hier noch ein paar Buchtitel-Vorschläge für umsonst: 

Fat Man und Robin – Die Superhelden-Diät

Mary-Kate and Hashtag – Auf den Spuren der Twitter-Zwillinge

Higgs und Foxy – Die erotischste Physikerin der Welt erklärt das Universum

 

Das war der Frühling 2014. Im Herbst sehen wir uns wieder!

Wrinteresting!

12 Jan

Aloha, Ananas-Lovers!

Hier ist die erste Wrintheit im neuen Jahr!

Drückt auf den Flattr-Button, um die ultrafuturistischen Roboter zum Leben zu erwecken!

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